Abschied in den Tod

  • Foto: Robert Presslaber

Bahnhöfe sind gemeinhin Orte des Abschiednehmens und des Wiedersehens. Über die Bahnsteige des Salzburger Hauptbahnhofs wurden viele Menschen ohne Chance auf ein Wiedersehen in den Tod verabschiedet. Neben der Justizvollzugsanstalt Stadelheim, Plötzensee in Berlin oder dem KZ Dachau gehörte auch Auschwitz zu den Zielorten.

In Salzburg lebten im Jahr 239 Menschen, die bei einer Volkszählung als Religionsbekenntnis "israelitisch" angaben. Die Salzburger Landeszeitung schrieb von 360 in Salzburg lebenden Jüdinnen und Juden im Jahr 1938, 1939 von nur mehr 21. (Quelle: Hofinger 2016, S. 221) Die Nationalsozialisten ermordeten nachweislich Über 80 Menschen, die den "Nürnberger Rassegesetzen" nach als "Juden" oder "Mischlinge" galten und ihren letzten Wohnsitz in Salzburg hatten. (Quelle: Hofinger 2016, S. 231) Die Deportationen, der Weg in die Vernichtung, wurden größtenteils mittels des Schienenverkehrs durchgeführt.

screenshot www.stolpersteine-salzburg.at
Das Projekt Stolpersteine in Salzburg gibt den jüdischen Opfern einen Namen und ein Gesicht!

Der Salzburger Bahnhof hat in dieser Angelegenheit entsprechend viel zu erzählen. Salzburg und damit der Bahnhof war aber auch nach dem Nationalsozialismus und der Shoah für viele Jüdinnen und Juden ein Ort der Ankunft vor ihrer Weiterreise nach Israel. Über Salzburg gelangten in der Nachkriegszeit mehr als 120.000 Menschen, sogenannte "Displaced Persons", die nach der Shoah nicht mehr in die alte Heimat zurückkehren wollten, in eine neue Heimat.

Weiterführende Links:

In Österreich lebten einer Volkszählung aus dem Jahr 1934 zufolge 191.481 Juden und Jüdinnen, davon lebten den Angaben nach 176.034 in Wien. Die Shoah kostete etwa 65.500 jüdischen Österreicherinnen und Österreichern das Leben, 62.000 davon konnten namentlich ermittelt werden, 120.000 schafften es aus Österreich zu fliehen. Nach dem Beschluss der sogenannten "Endlösung" wurden die Deportationen in Österreich zentral Über den Bahnhof Wien-Aspang abgewickelt.

Plan

Logo KZ-Verband